Professor Wolfgang Kersting erhält Freiheitspreis 2012

Der Philosophie-Professor Dr. Wolfgang Kersting erhält den Freiheitspreis 2012 der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit. Mit dem Preis, der alle zwei Jahre verliehen wird, werden Persönlichkeiten gewürdigt, die Impulse für eine liberale Bürgergesellschaft gegeben haben und auf diese Weise zur Fortentwicklung freiheitlicher Ziele und Werte beitragen. 2006 ging der Preis an den früheren Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher, 2008 an den peruanischen Schriftsteller Mario Vargas Llosa,  2010 an die Publizistin Dr. Necla Kelek. Der Freiheitspreis wird Professor Wolfgang Kersting am Samstag, dem 3. November 2012, in der Frankfurter Paulskirche verliehen. Und in der kommenden liberal-Ausgabe, die Anfang September erscheint, gibt’s ein Interview mit dem Preisträger. Eine Audio-Langfassung davon erscheint zugleich in der liberal-App.

Kommentare

  1. struening meint:

    Das ist mal eine gute Nachricht in diesen Tagen! Wolfgang Kersting steht schließlich für einen Liberalismus, der sich immer der politischen und gesellschaftlichen Bedingungen bewusst ist, die Freiheit erst ermöglichen. In einem Punkt kann ich ihm allerdings nicht zustimmen. In seinem Buch “Verteidigung des Liberalismus” (2009) schrieb er: “Für große Ideen hat man gegenwärtig keine Verwendung mehr.” Ideale böten zwar Orientierung und Sicherheit, forderten aber eben auch Unterordnung. Deshalb würden sie für die Politik des freiheitlichen Staates als Begründungsstrategie ausscheiden und stünden nur noch dem Individuum zur Selbstregulation zur Verfügung.
    Ich denke hingegen, dass wir die Idee der Freiheit so einfach nicht aufgeben dürfen, denn sonst verkommt auch der Liberalismus zum Selbstzweck und damit zur Ideologie. Deshalb ist die freiheitliche Politik gezwungen, der anti-freiheitlichen Realität ihr Ideal entgegen zu halten und das Ideal der freiheitlichen Selbstbestimmung unaufhörlich mit der ihm feindlich gesinnten Realität zu konfrontieren. Mit anderen Worten: Die Zeit der großen Erzählungen ist nicht vorbei, wie Kersting es behauptet. Wir müssen nur den Inhalt wechseln. Es geht nicht mehr um Unterwerfung unter einen Gott, das Kollektiv oder irgendeine andere Art der Verantwortungs-Transzendierung. Es geht um die große Erzählung vom freien Menschen, der sich aus eigenem Willen mit anderen Freien zusammenschließt. Und wenn diese freie Gemeinschaft entsteht, dann schreibt sie ihre Leitkultur auf und fort. Wer hinzukommt, kann diese Leitkultur annehmen, wer das nicht will, sollte lieber fernbleiben (siehe auch mein Artikel: http://www.citizentimes.eu/2012/03/10/kann-freiheit-leitkultur-sein/ )

    Felix Strüning
    Stresemann Stiftung

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