Vorgeschmack: Mit „Swing-Heil“ zum Verhör

Swingkids aus der Verfilmung von Walter Kempowskis “Tadellöser & Wolff”

Sie trugen Krawatten zum eleganten Zweireiher, Schuhe mit Kreppsohlen und lange Haare. Ihre Liebe galt dem Jazz. Doch „Negermusik“ war im Dritten Reich nicht wohlgelitten – und ebenso wenig die Jugendlichen, die sich „Swing-Kids“ nannten. Durch die Verfolgung verwandelten sich die eigentlich unpolitischen Cliquen in eine Art Widerstandsbewegung. liberal hat die Musikwissenschaftlerin Yvette Zzauer gebeten, mehr über die Swing-Kids herauszufinden.

 

Swing – auf der Abschussliste der Nationalsozialisten

Nach dem Überfall auf Polen hatte die Reichskulturkammer ein Swing-Tanz-Verbot ausgesprochen. Seither wurden alle Swing-Abende unter dem Deckmantel harmloser Tanzveranstaltungen mit Blasmusik und deutschem Liedgut organisiert. 1940 wurde die „Polizeiverordnung zum Schutze der Jugend“ erlassen und die aktive Verfolgung der Swing-Jugend durch den HJ-Streifendienst begann. Die Staatsorgane observierten nicht-öffentliche Tanzveranstaltungen, da sie eine Gefahr der „Infizierung gesunder Jugendlicher“ darstellten. Durch die „Bekämpfung der Swing-Jugend“, wie es im Behördenjargon hieß, gewann die Jugendbewegung politische Kontur.
Der ganze Beitrag in liberal III/2012. Wenn Sie bis zum 19. August 2012 abonnieren, sind Sie schon mit dieser Ausgabe dabei. Sie erscheint am 6. September 2012.

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